Sonnenschutz

Sonnencremes sind wichtig zum Schutz vor Hautkrebs, das weiß heute jedes Kind. Die Auswahl an Sonnencremes ist groß. Aber sind auch alle angebotenen Sonnenschutzprodukte wirkungsvoll? Bedeutet ein höherer Preis auch einen höheren Schutz? Diesen Fragen ging die Stiftung Warentest auf den Grund. 19 verschiedene Sonnenschutzprodukte wurden untersucht. Schwerpunkt war die Bewertung des Schutzes vor schädlicher UV-Strahlung. Geprüft wurde, ob der auf der Packung angegebene Lichtschutzfaktor mit dem Testergebnis übereinstimmt. Weiterhin wurde die Konsistenz und Anwendbarkeit der Cremes betrachtet. Auch die Pflegewirkung und die Verpackung des Sonnenschutzes standen auf dem Prüfstand.

Im Ergebnis konnte die Wirksamkeit aller getesteten Sonnenschutzmittel festgestellt werden. Keine einziges Sonnenschutzprodukt fiel durch. 18 Cremes, Lotionen und Sprays aus der Testreihe überzeugten mit ihren Eigenschaften und erhielten das Urteil „sehr gut“ oder „gut“. Nur eine Sonnenschutzlotion, die „Sun Care Sonnenmilch wasserfest“ der Firma Ream schnitt mit der Note „befriedigend“ ab.

Die Experten der Stiftung Warentest unterzogen 19 Cremes, Gels, Lotionen und Sonnensprays mit Lichtschutzfaktoren 30 bis 50 dem detaillierten Testverfahren. Darunter waren Produkte aus Drogerien, Apotheken, Parfümerien und Discountern.
Wer bislang der Meinung war, dass die teuren Sonnencremes die Besseren seien, wird vom Testergebnis überrascht. Als Testsieger behauptete sich die „Ombra Sonnenmilch LSF 30“ von Aldi-Nord. Mit einem Preis von 1,20 EUR pro 100 ml gewinnt damit eines der preiswertesten Produkte aus dem Discounter. Auch bei der Bewertung der Konsistenz und der Anwendbarkeit überzeugte dieses Produkt. Der Preis ist demnach nicht unbedingt ein Zeichen für eine hohe Qualität.

Auf Platz 2 folgte mit der Note 1,4 (sehr gut) ein weiteres Produkt aus dem Discounter, die „Ombia Sonnenmilch LSF 30“ von Aldi Süd. Sehr gute Ergebnisse konnten auch das „Sol Sonnenspray LSF 30“ von Real und die „Sun Ozon Sonnenmilch Classic“ von Rossmann erzielen.
Die Sonnenschutzlotion „Sun Lotion sensitive“ aus der Parfümerie Douglas erzielte die besten Ergebnisse im Bereich der Sonnenschutzprodukte mit einem Lichtschutzfaktor 50.

Im Test der Stiftung Warentest wurde auch die Kennzeichnung „wasserfest“ auf den Prüfstand gestellt. Nahezu alle Sonnenschutzprodukte werden als „wasserfest“ beworben. Nach dem Baden vermindert sich der Sonnenschutz jedoch um bis zu 50 Prozent. An dieser Stelle ist Vorsicht geboten.
Auch ohne den Kontakt mit Wasser verringert sich die schützende Wirkung aller Sonnencremes nach einiger Zeit. Spätestens nach drei Stunden sollte erneut Sonnenschutz aufgetragen werden. Wichtig ist auch, nicht zu wenig Creme zu verwenden. Als Richtgröße gelten etwa drei Esslöffel. Nur, wer diese Hinweise beherzt und eine Creme mit einem Lichtschutzfaktor mindestens ab LSF 30 verwendet, erzielt die gewünschte Wirkung.

Der auf dem Sonnenschutzmittel angegebene Lichtschutzfaktor kennzeichnet die Zeit, die man nach dem Auftragen des Produktes unbeschadet in der Sonne verbringen kann. Wann ein Mensch einen Sonnenbrand bekommt, hängt nicht nur von der Sonnencreme ab, auch die Eigenschutzzeit der Haut hat einen Einfluss. Die Eigenschutzzeit beschreibt die Zeit, die ein Mensch mit nicht gebräunter Haut in der Sonne verbringen kann, ohne einen Sonnenbrand zu erleiden. Menschen mit sehr heller Haut haben eine geringere Eigenschutzzeit als Personen mit dunklerem Teint. Durch das Auftragen eines Sonnenschutzmittels mit dem Lichtschutzfaktor 50 verlängert die Eigenschutzzeit um den Faktor 50. Eine hellhäutige Person, deren Haut lediglich über eine Eigenschutzzeit von 10 Minuten verfügt, kann somit bis zu 500 Minuten ohne Sonnenbrand in der Sonne verbringen. Wichtig ist jedoch, die Sonnenschutzcreme nach höchstens drei Stunden erneut aufzutragen.

Das Auftragen von Sonnenschutz ist unerlässlich zur Hautkrebs-Vorsorge. Wer gut geschützt sein will, muss nicht einmal tief in die Tasche greifen. Auch günstige Produkte aus dem Discounter schützen die Haut.